
Service-Ratgeber
Ein Hubwagen, der hebt, aber nicht fährt, ist ein ärgerlicher Fehler: Die Batterieanzeige sieht gut aus, die Gabeln gehen hoch, und beim Betätigen des Fahrschalters passiert nichts. Doch das Heben verrät bereits viel. Läuft die Pumpe, hat die Batterie genug Ladung, und Hauptsicherung sowie Batteriestecker sind höchstwahrscheinlich in Ordnung. Der Fehler liegt im Fahrstromkreis oder in einer der Sicherheitsverriegelungen, und diese lassen sich der Reihe nach prüfen, das Einfachste zuerst.
Bevor Sie über die Bedienelemente hinaus prüfen, senken Sie die Gabeln vollständig ab, schalten Sie den Schlüssel aus, drücken Sie den Not-Aus und klemmen Sie die Batterie ab, bevor Sie irgendeine Verkabelung berühren. Arbeiten Sie niemals unter angehobenen Gabeln. Die folgenden Prüfungen gelten für die meisten Elektro-Hubwagen in Mitgänger- und Standplattform-Ausführung; beachten Sie das Servicehandbuch Ihres Modells und überlassen Sie Arbeiten an Steuerung und Motor einer geschulten Fachkraft.
Warum Heben ohne Fahren die Suche eingrenzt
Zum Heben braucht es wenig: Ladung, einen funktionierenden Pumpenmotor und die Hebetaste. Zum Fahren braucht es mehr. Die Steuerung löst die Bremse und bestromt den Fahrmotor erst, wenn jedes Sicherheitssignal meldet, dass gefahrlos gefahren werden kann. Stellen Sie es sich als Schaltkette vor: Ist auch nur ein Glied offen, bleibt das Fahrzeug stehen. Gehen Sie die Kette der Reihe nach durch, von den Gliedern, die ein Bediener in Sekunden prüfen kann, bis zu den Teilen, für die es einen Techniker und ein Messgerät braucht.
Die Schaltkette für den Fahrbetrieb, der Reihe nach geprüft

- Schlüsselschalter ein. Prüfen Sie, ob der Schlüssel ganz gedreht ist und das Display aufleuchtet.
- Not-Aus entriegelt. Bei vielen Fahrzeugen unterbricht ein gedrückter Not-Aus auch das Heben, prüfen Sie ihn aber trotzdem: Das dauert nur eine Sekunde.
- Ladegerät ausgesteckt. Ein Fahrzeug mit eingebautem Ladegerät fährt nicht, solange der Netzstecker steckt. Das ist eine Sicherheitsverriegelung, kein Defekt.
- Deichsel im Fahrbereich. Bei ganz hochgestellter oder ganz abgesenkter Deichsel befindet sich das Fahrzeug im Bremsbereich und fährt nicht. Viele Fahrzeuge haben eine Schleichfahrt- bzw. “Schildkröten”-Taste, die langsames Fahren bei senkrechter Deichsel ermöglicht; das ist zugleich ein schneller Test.
- Bauchtaster nicht eingeklemmt. Der Sicherheits-Bauchtaster am Ende des Deichselkopfs stoppt das Fahrzeug bzw. fährt es vom Bediener weg, wenn er gedrückt wird. Klemmt er, ist er verschmutzt oder nass, verweigert das Fahrzeug unter Umständen die Fahrt. Drücken Sie ihn und prüfen Sie, ob er frei zurückfedert.
- Plattform- und Schutzbügelschalter bei Fahrzeugen mit Standplattform. Eine klappbare Plattform oder seitliche Schutzbügel haben meist eigene Schalter, und ist einer davon nicht ganz in Position, wird die Fahrt gesperrt.
- Fahrschalter. Der Fahrschalter (Schmetterlingsgriff) am Deichselkopf gibt das Signal für Geschwindigkeit und Fahrtrichtung an die Steuerung.
- Steuerung. Achten Sie auf eine blinkende Status-LED oder einen Fehlercode im Display, bevor Sie irgendetwas ausschalten. Mehr dazu weiter unten.
- Fahrsicherung und Fahrschütz, sofern vorhanden. Bei durchgebrannter Fahrsicherung kann die Hubfunktion weiterhin arbeiten.
- Elektromagnetische Bremse löst. Wenn Sie den Fahrschalter betätigen, sollte die Bremse beim Lösen hörbar klicken. Kein Klicken bedeutet meist, dass eines der oben genannten Glieder noch offen ist oder die Bremse selbst einen Defekt hat.
- Fahrmotor. Verdächtigen Sie ihn erst zuletzt, wenn alle oben genannten Punkte in Ordnung sind.
Steuerung vor dem Ausschalten auslesen
Die Steuerung zeigt Ihnen meist, wo Sie suchen müssen. Curtis- und ähnliche Steuerungen geben einen Fehlercode als Blinkcode über eine Status-LED aus oder zeigen ihn im Display an; die Codetabelle steht im Servicehandbuch. Zählen Sie die Blinkimpulse oder notieren Sie den Code, bevor Sie den Schlüssel ausschalten, denn nach einem Neustart ist er womöglich verschwunden.
Unsere Mitgänger-Hubwagen SL15L3 und SL20L3 verwenden zum Beispiel eine Curtis-Steuerung, eine elektromagnetische Bremse und einen Kollisionsschutzschalter mit Reversierfunktion (Bauchtaster) am Deichselkopf.
Die üblichen Ursachen
Deichselschalter und Deichselgelenk
Der Schalter, der der Steuerung meldet, dass sich die Deichsel im Fahrbereich befindet, wird oft Deichselschalter oder Bremsschalter genannt. Er schaltet bei jeder Deichselbewegung, verschleißt deshalb oder verstellt sich, und das Fahrzeug fährt dann nur noch in bestimmten Deichselstellungen oder gar nicht. Prüfen Sie auch die Kabel am Deichselgelenk. Dort werden die Adern bei jedem Heben und Senken der Deichsel gebogen, und eine gebrochene Ader in einem unbeschädigten Mantel ist eine klassische Ursache für zeitweise aussetzenden Fahrbetrieb.
Bauchtaster und Fahrschalter
Ein Bauchtaster, der klemmt oder nach dem Waschen des Fahrzeugs bzw. einem Einsatz im Regen Wasser gezogen hat, hält die Fahrsperre aufrecht. Ein defekter Fahrschaltersensor hat dieselbe Wirkung. Beide sitzen im Deichselkopf und werden normalerweise ersetzt statt repariert.
Elektromagnetische Bremse

Die Bremse wird durch Federn betätigt und von einer Spule gelöst, wenn das Fahrzeug fahren soll. Fällt die Spule oder ihre Verkabelung aus, ist die Bremsscheibe verschlissen oder stimmt der Luftspalt nicht, löst die Bremse nicht vollständig. Das Fahrzeug bewegt sich dann gar nicht, oder es schleift, quält sich und riecht heiß. Fahren Sie ein Fahrzeug, dessen Bremse schleift, nicht weiter.
Fahrmotor
Bei DC-Fahrmotoren sind verschlissene Kohlebürsten eine häufige Ursache, wenn ein Fahrzeug bereits einige Jahre im Einsatz ist. AC-Motoren haben keine Bürsten, doch bei AC-Fahrzeugen unterbricht ein Fehler am Drehzahlsensor des Motors oder an dessen Kabel den Fahrbetrieb, und die Steuerung meldet dies normalerweise mit einem Fehlercode.
Fremdkörper am Antriebsrad
Stretchfolie und Kunststoff-Umreifungsband wickeln sich um Antriebsrad und Achse und können das Rad blockieren. Sehen Sie bei abgeklemmter Batterie unter das Fahrzeug und schneiden Sie sie heraus.
Was Sie sehen und was es bedeutet
| Was Sie sehen oder hören | Wahrscheinliche Ursache | Prüfpunkte |
|---|---|---|
| Keinerlei Reaktion auf den Fahrschalter, kein Code | Schlüssel, Not-Aus, Ladegerät eingesteckt, Deichsel im Bremsbereich | Die ersten vier Glieder der Kette durchgehen |
| Status-LED blinkt oder Code im Display | Steuerung hat einen Fehler erkannt | Code notieren und im Servicehandbuch nachschlagen |
| Fährt nur in bestimmten Deichselstellungen oder setzt aus | Deichselschalter verschlissen oder verstellt, Kabelbruch am Deichselgelenk | Schalter und Betätigung prüfen, Kabel am Deichselgelenk testen |
| Fährt nicht nach dem Waschen oder einem Einsatz im Regen | Bauchtaster nass oder klemmt | Schalter trocknen und gangbar machen, Rückfederung prüfen |
| Kein Bremsklicken beim Betätigen des Fahrschalters | Eine Verriegelung noch offen, Fahrschalterfehler, Fahrsicherung durchgebrannt | Kette erneut durchgehen, dann Fahrschalter und Sicherung prüfen |
| Fahrzeug quält sich oder schleift und riecht heiß | Elektromagnetische Bremse löst nicht | Bremsspule und Verkabelung, Luftspalt, Verschleiß der Bremsscheibe |
| Antriebsrad blockiert | Folie oder Umreifungsband um das Rad | Batterie abklemmen, Fremdkörper wegschneiden |
Ein Fahrzeug bewegen, das nicht fährt
Ein Fahrzeug, das nicht fährt, muss trotzdem in die Werkstatt. Manche elektromagnetischen Bremsen lassen sich von Hand lösen, sodass das Fahrzeug geschoben werden kann. Bei gelöster Bremse hat das Fahrzeug überhaupt keine Bremswirkung; nehmen Sie daher die Last ab, senken Sie die Gabeln ab und tun Sie dies nur auf ebenem Boden, niemals an einer Steigung oder einem Gefälle. Stellen Sie die Bremse wieder auf Normalbetrieb zurück, bevor das Fahrzeug wieder in Betrieb geht.
Hebt das Fahrzeug zusätzlich schlecht und fährt nicht, beginnen Sie mit unserem Ratgeber Elektro-Hubwagen hebt nicht; nimmt die Batterie keine Ladung an, siehe Elektro-Hubwagen lädt nicht. Unsere Wartungscheckliste deckt viele dieser Fehler frühzeitig auf.
Teile, die Sie vorrätig haben sollten
Für Händler und Werkstätten sind Fahrfehler der Bereich, in dem sich ein kleiner Teilebestand bezahlt macht: Der Kunde will das Fahrzeug noch am selben Tag zurück. Halten Sie für jedes Hubwagen-Modell, das Sie verkaufen, Folgendes bereit:
- Mikroschalter im Deichselkopf, einschließlich Deichselschalter (Bremsschalter) und Bauchtaster;
- einen Fahrschalter;
- eine elektromagnetische Bremse;
- Sicherungen und ein Fahrschütz;
- eine Steuerung je Modell.
Wir liefern Ersatzteile an unsere Händler, und unser Ratgeber Ersatzteile für neue Händler beschreibt ein komplettes Starterpaket. Für Ersatzteile oder ein Angebot kontaktieren Sie uns; wenn Sie unsere Fahrzeuge verkaufen und warten möchten, informieren Sie sich über unser Vertriebspartnerprogramm.
